Was eine deutsche Casino-Lizenz wirklich wert ist – und was sie im 2026 kostet

Aktuell für September 2026
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Acht Namen, fünf Online-Casinospiele-Erlaubnisse auf Landesebene und ein Satz, der einem die Luft aus der Werbung nimmt: Auf der GGL-Whitelist stehen unter „Online-Casinospiele“ nur fünf Einträge – und keiner davon liegt bei der GGL selbst. Wer hier nach einem „Online-Casino mit deutscher Lizenz“ sucht, betritt ein Regal, das schmaler ist als das, was Google-Suchergebnisse suggerieren.

Nahaufnahme einer Urkunde mit Siegel auf einem Schreibtisch.
Unter der Kategorie Online-Casinospiele führt die GGL-Whitelist nur 5 Einträge, die allesamt auf Landesebene und nicht bei der GGL selbst liegen.

Stand: 23 September 2026 – Daten geprüft gegen die GGL-Whitelist und den Tätigkeitsbericht 2025 der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

Die Rangliste: lizenzierte Marken Seite an Seite

Eine echte deutsche Lizenz für virtuelle Automatenspiele tragen derzeit nur wenige Anbieter. Die folgende Tabelle vergleicht sie anhand dessen, was die Whitelist hergibt – Marke, Lizenzstatus, was die Plattform abdeckt und welche Bonusmechanik dort beworben wird.

Zwei nebeneinander geöffnete Browser-Tabs auf einem Laptop-Bildschirm.
Unter g-id 3 „Online-Casinospiele“ führt die Whitelist nur 5 Einträge, und alle 5 liegen NICHT bei der GGL, sondern auf Landesebene: Merkur Bets Malta, NOVOLINE.DE GmbH, Skill On Net und Tipico Karlsruhe (alle Zuständigk
Marke Lizenzstatus (GGL-Whitelist) Abgedecktes Produkt Beworbene Konditionen
JackpotPiraten Whitelist – virtuelle Automatenspiele, bundesweit Slots (kein Roulette, kein Live-Dealer) Bis zu 310 Freispiele auf Novoline-Slots, 5.000 Freispiele ohne Einzahlung teils mit 1× Umsatz
BingBong Whitelist – virtuelle Automatenspiele, bundesweit Slots (kein Roulette, kein Live-Dealer) Bis zu 295 Freispiele auf Novoline-Slots, 10 Freispiele ohne Einzahlung
DIE SPIELBANK Whitelist – staatliche Land-Erlaubnis Online-Spielbank/Spielothek (Slots) Selbstbezeichnung „erster staatlicher Anbieter“; keine öffentlichen Bonuszahlen
Merkur Whitelist – Online-Casinospiele-Erlaubnis Schleswig-Holstein Tisch- und Live-Spiele Keine Bonusangaben auf Whitelist-Niveau
Tipico Games Whitelist – virtuelle Automatenspiele Slots Keine öffentlichen Bonuszahlen
Wunderino Whitelist – virtuelle Automatenspiele Slots Keine öffentlichen Bonuszahlen

Sechs Marken, sechs Slots-Erlaubnisse, eine staatliche Spielbank und ein Schleswig-Holstein-Permit für Tischspiele. Die Spalte „Beworbene Konditionen“ fällt auf den ersten Blick schmal aus – sie ist nicht schmaler als das, was die Aktionsseiten der meisten Lizenzinhaber hergeben.

Wie eine echte deutsche Casino-Lizenz funktioniert

Wer in Deutschland Online-Casinospiele oder virtuelle Automatenspiele anbieten will, braucht eine Erlaubnis. Zwei Instanzen teilen sich diesen Markt, und genau diese Aufteilung ist der Grund, warum die Whitelist so kurz ausfällt.

Seit dem 1. Juli 2021 gilt der GlüStV 2021, der die Regeln für ganz Deutschland vereinheitlicht hat. Er betraut die GGL mit der Aufsicht über virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten. Online-Casinospiele im klassischen Sinne – Roulette, Blackjack, Live-Dealer – überlässt der Staatsvertrag den Ländern, die sie „selbst oder durch juristische Vertretung“ veranstalten dürfen. Die GGL beaufsichtigt diesen Bereich nicht.

Daraus folgt die Architektur der Whitelist. Unter g-id 6 „Virtuelle Automatenspiele“ listet die Behörde 34 Einträge; unter g-id 5 „Sportwetten“ 27; unter g-id 7 „Online-Poker“ 5. Unter g-id 3 „Online-Casinospiele“ finden sich genau fünf Einträge, und keiner davon ist eine GGL-Erlaubnis: Merkur Bets Malta, NOVOLINE GmbH, Skill On Net und Tipico Karlsruhe (jeweils Schleswig-Holstein) sowie die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung (Bayern). Die Behörde beaufsichtigt diese Erlaubnisse, hat sie aber nicht ausgestellt.

Wer eine deutsche Lizenz für Online-Casino-Spiele im eigentlichen Wortsinn sucht, hat also de facto fünf Optionen. Wer Slots auf einer bundesweiten Erlaubnis sucht, hat über dreißig. Die Differenz ist nicht ein Zufall der Recherche, sie ist die Folge der Zuständigkeitsregel im Staatsvertrag.

Slots oder Casino – das ist nicht dasselbe

Ein Anbieter mit Whitelist-Eintrag unter „Virtuelle Automatenspiele“ darf keine Tischspiele anbieten. Die Erlaubnis nach §§ 4 bis 4d i.V.m. 22a GlüStV 2021 deckt ausschließlich Slots ab, und das Gesetz verbietet es diesen Anbietern ausdrücklich, ihr Produkt als „Online-Casino“ zu bezeichnen. Die Marketingkonsequenz ist sichtbar: Lizenzinhaber schreiben „Online-Spielothek“ oder „Online-Spielbank“, einzelne schieben das Wort „Casino“ in den SEO-Titel, den Google-Suchende nie lesen.

DIE SPIELBANK, betrieben von der Sächsischen Spielbanken GmbH & Co. KG, bezeichnet sich selbst als „der erste staatliche Anbieter für virtuelles Automatenspiel in Deutschland“. Im HTML-Titel der Seite taucht „Legales Online Casino mit 900+ Online Slots“ auf – das Wort „Casino“ steht also im technischen Titel, im redaktionellen Text nicht. Lizenzinhaber vermeiden den Begriff im Eigenauftritt, weil das Gesetz es so vorsieht.

Woran man eine echte Whitelist-Erlaubnis erkennt

Wer prüfen will, ob ein Anbieter wirklich zugelassen ist, öffnet die Whitelist der GGL. Sie ist öffentlich, kostenlos, durchsuchbar und enthält Stand-Datum. Die Formulierung, die einen Anbieter belastbar als nicht zugelassen ausweist, lautet: „X ist nicht in der Whitelist der GGL geführt (Stand …).“ Eine direktere Aussage – „X ist illegal“ – liefert die GGL selbst nicht. Sie veröffentlicht eine Whitelist, keine Blacklist.

Bei einer Eigenprüfung Anfang September 2026 gegen die damalige Whitelist-Datei ließen sich neun Offshore-Marken – Rabona, N1 Casino, Slottica, Bizzo Casino, Ice Casino, Boomerang Bet, National Casino, Katsubet, Vulkan Vegas – im Volltext nicht nachweisen. Keine davon taucht in der Liste auf. Das ist kein zivilrechtliches Verdikt, aber es ist der einzige belastbare Test, den die Behörde selbst anbietet.

Was eine deutsche Lizenz den Spieler kostet – und was sie ihm bringt

Die Lizenz kostet nicht die Eintragungsgebühr, sie kostet die Spielregeln, die mit ihr kommen. Diese Regeln sind im GlüStV 2021 festgeschrieben und gelten für jeden lizenzierten Anbieter gleichermaßen.

Das Einsatzlimit pro Spielrunde ist seit dem 1. Juli 2026 gestaffelt. Die Basisgrenze liegt bei 1 € pro Spin. Spieler ab 21 Jahren dürfen bis zu 3 € setzen, und nach einer 90-tägigen Qualifikationsphase – sofern der Anbieter das überhaupt anbietet – bis zu 5 €. Die Aufstockung ist freiwillig; der Anbieter kann bei 1 € bleiben. Die Regelung ist befristet und läuft Ende 2027 aus.

Das monatliche Einzahlungslimit liegt quer über alle Anbieter bei 1.000 €. Es ist anbieterübergreifend, wird technisch über LUGAS durchgesetzt und kann nur gegen Nachweis wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit angehoben werden. Wer mehr einzahlt, muss dem Anbieter Einkommensbelege vorlegen.

Zwischen zwei Spins müssen mindestens fünf Sekunden vergehen. Jackpots, die nicht an einen festen Vielfachen des Einsatzes gebunden sind, sind verboten. Gleichzeitiges Spiel auf mehreren Plattformen ist technisch unterbunden. Jedes einzelne Spiel braucht eine vorherige behördliche Genehmigung.

Wer auf einem lizenzierten Anbieter spielt, zahlt außerdem 5,3 % Einsatzsteuer auf jeden Spin – die virtuelle Automatensteuer nach § 38 RennwLottG. Dieser Posten landet nicht direkt auf dem Bildschirm des Spielers, aber er reduziert den RTP dessen, was der Anbieter an die Spieler zurückgeben kann.

Spielerschutz, der tatsächlich greift

OASIS, die bundesweite Sperrdatei, ist verpflichtend für jeden lizenzierten Anbieter. Wer sich selbst sperren lässt – freiwillig oder fremdveranlasst durch Angehörige – wird auf keiner zugelassenen Plattform mehr spielen können, bis die Sperre aufgehoben wird. LUGAS, die Limit- und Aktivitätsdatei, sorgt dafür, dass das 1.000-€-Limit pro Monat auch dann hält, wenn der Spieler versucht, es durch parallele Konten zu umgehen.

Person betrachtet ruhig ein Balkendiagramm auf einem Tablet in einem hellen Raum.
Laut Marktmonitor der GGL lagen die Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen im Q1 2026 bei 1.201 Mio. € und im Q2 2026 bei 1.214 Mio. €.

Vollständige KYC vor dem ersten Einsatz. Kein anonymes Spielen. Keine Einzahlung über Kanäle, die sich nicht einem EU-regulierten Zahlungsdienstleister zuordnen lassen. Eine Regel aus § 6b Abs. 4 GlüStV 2021 schreibt zwingend vor, dass Zahlungen vom Konto des Spielers selbst kommen müssen – Kryptowährungen, die diese Spur nicht halten, sind auf lizenzierten Plattformen kein Thema.

Was im illegalen Markt anders ist

Offshore-Marken wie Ice Casino oder Slottica sind an keines dieser Systeme angeschlossen. Sie fragen OASIS nicht ab, sie führen keine LUGAS-Datei, sie kennen das 1.000-€-Limit nicht. Ihre Rollover-Vorgaben – bei Ice Casino 40× auf Einzahlungsboni und 35× auf Freispielgewinne – zeigen, dass sie einer anderen Aufsicht folgen. Die Lizenz stammt von Curaçao, nicht von einem deutschen Land.

Das ist nicht nur eine Geschmacksfrage. Wer auf einem Offshore-Anbieter spielt, hat im Konfliktfall keinen deutschen Ansprechpartner, keine OASIS-Sperre, die ihn vor sich selbst schützt, und keine Behörde, die sich für die Auszahlung interessiert. Der Spielerschutz, den der GlüStV 2021 vorschreibt, endet an der Landesgrenze.

Rechtslage: was erlaubt ist, was nicht, und wo die Grenze verläuft

Ungenehmigtes Glücksspiel ist in Deutschland eine Straftat. § 284 StGB stellt das Veranstalten unter Strafe – bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. § 285 StGB stellt die bloße Teilnahme unter Strafe – bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Die Vollzugsrealität zielt auf Anbieter, nicht auf Spieler, aber der Straftatbestand bleibt.

Die GGL hat im Tätigkeitsbericht 2025, veröffentlicht am 3. Juli 2026, den nicht regulierten Anteil am Online-Glücksspielvolumen für 2024 mit 23 % beziffert. Die Kanalisierungsquote – also der Anteil der Spieler, der tatsächlich auf lizenzierten Plattformen spielt – liegt damit bei 77 %. Für 2025 selbst weist die Behörde keine eigene Kennzahl zur Größe des illegalen Marktes aus.

Die wichtigste Konsequenz aus dieser Zahl betrifft die Wahl des Anbieters. Wenn 23 Cent von 100 € Einsatz auf Plattformen fließen, die keine deutsche Lizenz haben, dann spielen diese Spieler entweder bewusst im Ausland oder sie glauben, auf einer lizenzierten Seite zu sein, ohne es zu prüfen. Beide Gruppen sind auf unterschiedliche Weise schlecht bedient: die erste rechtlich, die zweite informationell.

Die Lizenz ist nicht die ganze Geschichte

Eine Whitelist-Erlaubnis bestätigt die Aufsicht, sie garantiert keine Auszahlung im Streitfall. Sie bestätigt aber, dass OASIS, LUGAS, der 5-Sekunden-Intervall und das 1.000-€-Limit tatsächlich greifen – und das ist auf dem deutschen Markt, wo Werbung regelmäßig das Gegenteil suggeriert, ein handfester Vorteil.

Markenporträts: was die Lizenzinhaber unterschiedlich macht

Die folgenden Profile decken die Marken ab, die in §6 des Recherchematerials angelegt sind – in derselben Reihenfolge.

JackpotPiraten

JackpotPiraten ist die eine Hälfte des Duopols, das DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betreibt. Sitz Berlin, eingetragen Amtsgericht Charlottenburg HRB 244176 B. Geschäftsführer Florian Werner. Die Erlaubnis besteht seit dem 27.04.2022. Im Sortiment: rund 1.300 Spiele von mehr als 16 Herstellern, dokumentiert in einer eigenen Auszahlungsquoten-Übersicht. Beworbene Aktionen in der zweiten Augusthälfte 2026: bis zu 310 Freispiele auf Novoline-Slots im „Deal des Monats“, bis zu 225 Freispiele ab 1 € Einsatz unter „Thank Slot it’s Friday“, und ein Donnerstags-Jackpot mit 5.000 Freispielen ohne Einzahlung für Hot Chance – die Gewinne daraus sind an einen einmaligen Umsatz gebunden, also 1× statt der sonst üblichen mehrfachen Vorgabe. Bei einzahlungsaktivierten Freispielen liegt die Gewinngrenze laut Aktionsbedingungen bei 200 €, bei Freispielen ohne Einzahlung bei 75 €. Tischspiele sind im Produktportfolio ausdrücklich nicht enthalten – die Geschäftstätigkeit der DGGS mbH im Impressum lautet „virtuelles Automatenspiel gemäß §§ 4 bis 4d i.V.m. 22a GlüStV 2021“. Der Anbieter bewirbt sich selbst als „erste Online-Spielothek mit GGL-Lizenz“; das Wort „Casino“ taucht im Marketing nicht auf.

Was diese Marke im Vergleich auszeichnet, ist die Volatilität der Aktionen. Innerhalb weniger September-Tage 2026 lagen ein einzelner Deal mit fünfstelligen Freispielzahlen, ein Niedrigstakttag und ein 1×-Umsatz-Jackpot parallel auf der Seite. Wer Freispiel-Aktionen als Bonussystem versteht, bekommt hier mehr Action als anderswo.

BingBong

BingBong ist die andere Hälfte des DGGS-Duopols. Lizenz, Erlaubnisdatum, Aufsicht: identisch mit JackpotPiraten. Der Unterschied liegt im Spielebestand: rund 1.200 Spiele von mehr als 15 Herstellern, darunter laut BingBongs RTP-Übersicht „mehr als 600“ Novomatic-Titel und „rund 30“ Slots von Indigo Magic – ein anderer Zuschnitt als bei der Schwesterplattform. Aktionen Ende August / Anfang September 2026: 295 Free Spins auf Novoline-Slots unter „September-Spaß mit neuem Crazy Deal“ und 10 Free Spins ohne Einzahlung zum Monatswechsel. Das Aktionsformat ist auf den ersten Blick mit JackpotPiraten vergleichbar, im Detail aber niedriger dosiert und ohne den Donnerstags-Blockbuster.

Wofür die Marke im Vergleich steht: wer DGGS-Sortiment will, aber mit etwas weniger Werbedruck unterwegs ist. Beide Plattformen bedienen dasselbe Aufsichtsregime und dieselbe Erlaubnis, sie reden aber unterschiedliche Spielersegmente an.

DIE SPIELBANK

Die Sächsische Spielbanken-GmbH & Co. KG betreibt DIE SPIELBANK und ist damit der einzige staatliche Anbieter im Feld. Die Erlaubnis besteht seit dem 03.11.2022, ausgestellt vom Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. Im Selbstverständnis ist man „der erste staatliche Anbieter für virtuelles Automatenspiel in Deutschland“. Über 900 Online-Slots, vermarktet als „Online-Spielbank“ und „Online-Spielothek“, mit dem Wort „Casino“ nur im technischen Titel der Seite. Öffentliche Bonuszahlen: keine – die Aktionsseiten nennen weder Prozentsätze noch Umsatzbedingungen.

Was diese Marke im Vergleich auszeichnet, ist die Herkunft. Hier ist nicht ein privater Betreiber mit Lizenz, hier ist ein Landesunternehmen mit Erlaubnis. Für Spieler, die eine staatliche Trägerschaft als Qualitätsmerkmal lesen, ist das die einzige Adresse im Feld.

Merkur

Merkur Bets Malta Limited, mit Erlaubnis ausgestellt über Schleswig-Holstein, ist einer der fünf Einträge unter g-id 3 „Online-Casinospiele“ – und damit einer der ganz wenigen Marken, die auf der Whitelist tatsächlich Tisch- und Live-Spiele anbieten dürfen. Der Unterschied zu den sechs Slots-Anbietern oben ist nicht Spielqualität, sondern Produktkategorie: hier ist Roulette möglich, dort nicht.

Was die Marke im Vergleich auszeichnet, ist das, was die anderen sechs nicht haben. Wer Online-Casino im klassischen Sinn mit deutscher Lizenz sucht, landet entweder hier oder bei einem der vier weiteren Einträge in dieser GGL-Kategorie.

Tipico Games

Tipico Games Limited, Whitelist-Eintrag unter g-id 6 für virtuelle Automatenspiele. Der Mutterkonzern ist im Sportwetten-Markt etabliert; die Casino-Plattform läuft unter games.tipico.de als eigenständige Marke. Öffentliche Bonuszahlen auf Aktionsseiten: keine über die Whitelist hinaus belegbaren Angaben.

Was die Marke im Vergleich auszeichnet, ist die Markenwahrnehmung. Wer Tipico aus dem Sportwetten-Bereich kennt, hat eine Vertrauensbasis, die jüngere reine Slot-Marken erst aufbauen müssen.

Wunderino

Megapixel Entertainment Limited, Whitelist-Eintrag für virtuelle Automatenspiele. Die Marke positioniert sich im Markt zwischen den DGGS-Duopol-Plattformen und den etablierten Sportwetten-Häusern. Öffentliche Bonuszahlen: keine über die Whitelist hinaus belegbaren Angaben.

Was die Marke im Vergleich auszeichnet, ist die mittlere Position. Weder DGGS-Doppelplattform noch staatlich noch Sportwetten-Ableger – ein Slot-Anbieter mit eigenständiger Lizenz und ohne die Werbehistorie der Konkurrenz.

Ice Casino

Ice Casino wird laut Anbieterangabe von WhiteBox B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben. Die Lizenz ist keine deutsche. Ein Eigencheck der GGL-Whitelist Anfang September 2026 hat den Markennamen im Volltext der Liste nicht gefunden – kein Eintrag unter virtuellen Automatenspielen, keiner unter Online-Casinospielen. Für den Einzahlungsbonus wird ein Rollover von 40× genannt, für Gewinne aus Freispielen 35×.

Was diese Marke im Vergleich auszeichnet, ist ihre Position außerhalb des deutschen Schutzraums. Wer hier spielt, ist nicht an OASIS angeschlossen, nicht über LUGAS limitiert, nicht durch das 5-Sekunden-Intervall gebremst und nicht durch die 1.000-€-Grenze eingedeckt. Es ist eine andere Aufsichtslogik, und wer sie wählt, nimmt diese Differenz bewusst in Kauf.

Slottica

Slottica wird laut Anbieterangabe von Atlantic Management B.V. betrieben, Lizenz OGL/2024/1060/0472, ausgestellt in Curaçao. Auch Slottica taucht im Volltextcheck der GGL-Whitelist nicht auf. Die Spielauswahl und die Bonusmechanik folgen Offshore-Standards.

Was diese Marke im Vergleich auszeichnet, ist die gleiche Differenz wie bei Ice Casino: kein deutscher Anschluss, keine deutsche Sperrdatei, keine deutsche Einsatzgrenze. Slottica gehört in dieselbe Kategorie wie jedes andere Offshore-Angebot auf dem deutschen Markt – ein Angebot ohne den Schutzrahmen des GlüStV 2021.

Wie viel kostet eine Bonusaktion auf lizenzierten Plattformen?

Auf den Aktionsseiten der Lizenzinhaber finden sich fast ausschließlich Freispiel-Aktionen. Feste Prozentsätze oder Umsatzbedingungen für Einzahlungsboni werden öffentlich nicht genannt – die genauen Konditionen verweisen die Betreiber in den Aktions-Newsletter, in den News-Bereich oder unter den Menüpunkt „Mein Bonus“. Was sich daraus rechnen lässt, ist eine Bandbreite, kein Einzelszenario.

Die Rechnung gehört zu den wenigen Bereichen, in denen sich aus dem, was die Seite zeigt, ein konkreter Größenordnungswert bilden lässt. Aus den dokumentierten Freispiel-Aktionen auf den lizenzierten Plattformen – Größenordnungen zwischen 5 und 310 Freispielen, gelegentlich 5.000 als Einzelfall – ergibt sich, abhängig vom Einsatz und vom RTP des jeweiligen Spiels, ein Kostenkorridor pro Aktion. Wer 100 Freispiele zu 1 € setzt, wettet 100 € Umsatz. Bei einem typischen Slot-RTP von rund 95 % liegt der erwartete Verlust in der Größenordnung von etwa 5 €. Wer 310 Freispiele zu 1 € wettet, kommt auf etwa 310 € Umsatz und einen erwarteten Verlust von ungefähr 15 €. Das ist die Spanne, in der sich Aktionen auf den lizenzierten Plattformen bewegen – nicht der Gewinn, nicht die Auszahlung, sondern der statistische Mittelwert über viele Inanspruchnahmen.

Die Rechnung hat eine wichtige Einschränkung: Sie beruht auf der Annahme, dass ausschließlich der Aktionsumsatz gewettet wird, nicht zusätzliches Eigengeld. Sie beruht weiter darauf, dass der genannte RTP für das jeweilige Spiel tatsächlich gilt – einzelne Slots weichen davon ab. Sie ist kein Versprechen einer Auszahlung, sie ist eine statistische Erwartung über viele Fälle hinweg.

Welche Marke für welchen Spielertyp

Die Lizenz entscheidet nicht alles, sie entscheidet das Sicherheitsfundament. Was sie nicht entscheidet, ist die Frage, welche Plattform zu welchem Spielerverhalten passt. Sechs verschiedene Profile, sechs verschiedene Adressen – ohne Ranking, weil die Anbieter sich auf der Lizenzebene kaum unterscheiden.

Wer ein staatlich getragenes Angebot sucht, landet bei DIE SPIELBANK. Wer Novomatic-Slots mit hoher Aktionsfrequenz will, ist bei JackpotPiraten oder BingBong richtig. Wer Tisch- und Live-Spiele mit deutscher Lizenz sucht, hat mit Merkur eine der fünf Adressen, die in dieser Kategorie überhaupt zur Verfügung stehen. Wer die Markenwahrnehmung eines großen Sportwetten-Hauses schätzt, kommt zu Tipico Games. Wer eine unabhängige Slots-Plattform ohne DGGS- oder Tipico-Erbe sucht, findet in Wunderino eine eigenständige Adresse.

Wer bewusst eine Plattform außerhalb des deutschen Schutzraums wählt – aus welchen Gründen auch immer –, findet mit Ice Casino und Slottica zwei der Offshore-Adressen, die auf dem deutschen Markt aktiv sind. Beide sind keine deutsche Lizenz, beide sind an kein OASIS und kein LUGAS angeschlossen, beide fallen nicht unter die 1.000-€-Grenze. Wer sich für eine von ihnen entscheidet, übernimmt die Verantwortung dafür selbst.

Häufig gestellte Fragen

Welche Online-Casinos besitzen tatsächlich eine deutsche Lizenz?

Eine bundesweite GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele tragen über 30 Marken, darunter JackpotPiraten, BingBong, Tipico Games und Wunderino. Eine deutsche Erlaubnis für Online-Casinospiele im klassischen Sinn (Tisch- und Live-Spiele) haben genau fünf Marken – Merkur Bets Malta, NOVOLINE GmbH, Skill On Net und Tipico Karlsruhe (jeweils Schleswig-Holstein) sowie die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung (Bayern). Die GGL beaufsichtigt diese Erlaubnisse, hat sie aber nicht ausgestellt.

Warum listet die GGL-Whitelist unter Online-Casinospiele nur 5 Einträge?

Der GlüStV 2021 überlässt diesen Bereich den Ländern, die ihn „selbst oder durch juristische Vertretung“ veranstalten dürfen. Die GGL ist Aufsicht, nicht Erlaubnisgeber für diese Kategorie – daher landen alle Anbieter dort als Land-Erlaubnis, nicht als GGL-Erlaubnis. Die niedrige Zahl spiegelt die föderale Zuständigkeit, nicht das Marktinteresse.

Wer erteilt die Erlaubnis für Online-Casinospiele, wenn nicht die GGL selbst?

Die zuständigen Landesbehörden. Schleswig-Holstein ist das aktivste Bundesland in dieser Kategorie und stellt vier der fünf Erlaubnisse aus; Bayern stellt die fünfte über die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung. Wer eine Erlaubnis für Tisch- und Live-Spiele haben will, muss sich an ein Land wenden, nicht an die GGL.

Ist ein Online-Casino ohne deutsche Lizenz automatisch illegal?

Die GGL veröffentlicht eine Whitelist, keine Blacklist. Die belastbare Aussage lautet: „X ist nicht in der Whitelist der GGL geführt.“ Eine direktere Aussage liefert die Behörde nicht. Strafrechtlich bleibt die Teilnahme an nicht genehmigtem Glücksspiel nach § 285 StGB ein Straftatbestand, die Vollzugsrealität richtet sich allerdings gegen Anbieter, nicht gegen Spieler.

Betreibt ein einziges Unternehmen mehrere lizenzierte Plattformen gleichzeitig?

Ja. DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betreibt sowohl JackpotPiraten als auch BingBong. Beide Plattformen sind in der Whitelist unter virtuellen Automatenspielen mit bundesweit länderübergreifendem Vertriebsgebiet gelistet, die Erlaubnis stammt aus dem April 2022. Die Spielebestände unterscheiden sich trotz identischem Betreiber – JackpotPiraten führt rund 1.300 Spiele von 16 Herstellern, BingBong rund 1.200 von mehr als 15.

Wie erkenne ich, ob ein Anbieter wirklich auf der GGL-Whitelist steht?

Die Whitelist ist auf der Webseite der GGL öffentlich zugänglich. Sie enthält das Stand-Datum und ist durchsuchbar. Wer einen Anbieter prüfen will, sucht seinen Markennamen im Volltext – steht er drin, ist er zugelassen; steht er nicht drin, fehlt die deutsche Erlaubnis. Das ist der einzige Test, den die Behörde selbst anbietet, und er ist genauer als jede Selbstdarstellung des Anbieters.

Erstellt vom Redaktionsteam „Casino Freispiele Info”.