Wo Craps in Deutschland 2026 stattfindet – und unter welchen Regeln
Craps ist in Deutschland ein Nischenspiel. Wer es online spielen will, läuft in zwei sehr unterschiedliche Welten: eine kleine Gruppe staatlich lizenzierter Anbieter mit Live-Tischen und eine deutlich größere Gruppe offshore operierender Seiten, auf denen der Name „Craps“ im Portfolio auftaucht, ohne dass eine deutsche Erlaubnis im Spiel ist. Dieser Text beschreibt, welche Plattformen in der GGL-Whitelist stehen, wie der Spielablauf funktioniert und was die deutsche Rechtslage vom Angebot trennt. Eine Empfehlung, wo gespielt werden sollte, ist damit nicht verbunden.

Stand der Daten: 23 September 2026, abgeglichen gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL).
Inhaltsverzeichnis
- Die Spielauswahl: Was in Deutschland unter „Craps“ läuft
- Das Ranking: Acht Anbieter im Vergleich
- Der Grundprinzip: Wie eine Craps-Runde abläuft
- Die Rechtslage: Was Craps in Deutschland erlaubt – und was nicht
- Verantwortungsvolles Spielen: Werkzeuge, die nur im lizenzierten Markt greifen
- Die acht Anbieter im Detail
- Was die Bonusstrukturen kosten
- Häufige Fragen
Die Spielauswahl: Was in Deutschland unter „Craps“ läuft
Wer Craps in Deutschland anbietet – und wer nicht
Die zentrale Frage vor jeder Tischauswahl ist die Erlaubnis. In der GGL-Whitelist (Stand 07.09.2026) sind 166 Einträge verzeichnet – davon 34 unter „Virtuelle Automatenspiele“, 27 unter „Sportwetten“ und nur 5 unter „Online-Casinospiele“. Die fünf Einträge der letzten Kategorie fallen nicht in die Zuständigkeit der GGL, sondern liegen bei einzelnen Ländern: Merkur Bets Malta, NOVOLINE.DE, Skill On Net und Tipico Karlsruhe (alle Schleswig-Holstein) sowie die Staatliche Lotterie- und Spielbankverwaltung (Bayern). Wer in Deutschland Craps legal als Tischspiel anbieten will, muss eine dieser fünf Erlaubnisse haben – oder als staatlicher Anbieter wie die Sächsische Spielbanken-GmbH auftreten.

Die GGL veröffentlicht ausschließlich eine Whitelist, keine schwarze Liste. Wer dort nicht steht, ist nicht automatisch „illegal“ im Wortlaut der Behörde – aber er ist auch nicht „legal“ im Sinne des GlüStV 2021. Für Spieler bedeutet das: kein OASIS-Abgleich, kein LUGAS-Limit, kein Verbraucherschutz nach deutschem Standard. Die Rechtsfolgen für Spieler sind gering (§ 285 StGB, bis zu sechs Monate oder Geldstrafe), für Anbieter deutlich schärfer (§ 284 StGB, bis zu zwei Jahre oder Geldstrafe).
Craps als Live-Tisch – eine kleine Auswahl
Die ganz überwiegende Mehrheit der GGL-lizenzierten Anbieter führt ausschließlich virtuelle Automatenspiele. Craps als Live-Tisch ist im lizenzierten deutschen Markt die Ausnahme. Die Plattform DIE SPIELBANK listet Craps in den Beschreibungen Dritter (Artofcraps.com, Besteonlinecasinos.com, Casinospiele.de), ohne dass die eigene Spielebank-Seite den Titel auf einer RTP-Übersicht ausweist. Bei Offshore-Marken wie Ice Casino taucht Craps im Portfolio auf, wenn die Spielebibliothek eines Live-Providers wie Evolution Craps einschließt – die Verfügbarkeit schwankt mit dem Provider-Vertrag.
Wer also in Deutschland Craps live spielen will, hat real wenige Anlaufstellen, und auf keiner dieser Anlaufstellen ist der Titel „Craps“ in derselben Selbstverständlichkeit zu finden wie Roulette oder Blackjack. Das ist kein Zufall: Tischspiele mit Live-Dealer sind in der deutschen Erlaubniswelt teurer und seltener als virtuelle Slots, weil sie eine landesrechtliche Konzession erfordern statt einer GGL-Bundeslizenz.
Was die Begriffe „virtuelle Automatenspiele“ und „Online-Casinospiele“ trennt
Die deutsche Regulierung unterscheidet zwei Erlaubnistypen, und die Unterscheidung ist für Craps entscheidend:
- Virtuelle Automatenspiele (g-id 6): bundesweite GGL-Erlaubnis, nur Slots, keine Tischspiele. Das sind 34 Einträge in der Whitelist.
- Online-Casinospiele (g-id 3): landesrechtliche Erlaubnis, Tisch- und Live-Spiele erlaubt. Das sind 5 Einträge.
Ein Anbieter mit reiner Slot-Erlaubnis darf Roulette, Blackjack oder Craps nicht ins Portfolio nehmen. Werbung mit „Online Casino“ wäre nach § 22a Abs. 11 GlüStV 2021 unzulässig. Die GGL-Whitelist ist also kein Gesamtverzeichnis aller Glücksspielplattformen in Deutschland – sie ist ein Verzeichnis nach Erlaubnistyp, und Craps gehört zum kleinen Typ.
Das Ranking: Acht Anbieter im Vergleich
Was der Vergleich zeigt – und was nicht
Die folgende Tabelle ordnet acht Plattformen nach ihrem Craps-Bezug. Sie ist keine Empfehlungsliste. Sie zeigt, welche Erlaubnis die Plattform hat, ob der Titel „Craps“ im Portfolio auftaucht und welche Bonusstrukturen die Anbieter bewerben – soweit sich das aus den Whitelist-Einträgen und der Anbieterkommunikation ablesen lässt. Eine Plattform ohne Craps im Portfolio steht trotzdem in der Liste, weil sie im deutschen Markt sichtbar ist und Spieler sie mit der Suche nach Craps in Berührung bringen.
| Anbieter | Lizenzstatus | Craps im Portfolio | Beworbene Konditionen |
|---|---|---|---|
| JackpotPiraten | GGL-Whitelist, virtuelle Automatenspiele | keine Angabe | – |
| BingBong | GGL-Whitelist, virtuelle Automatenspiele | keine Angabe | – |
| DIE SPIELBANK | Landesrechtliche Erlaubnis (Sachsen) | in Drittquellen genannt | – |
| Merkur | Landesrechtliche Erlaubnis (Schleswig-Holstein) | keine Angabe | – |
| Tipico Games | GGL-Whitelist, virtuelle Automatenspiele | keine Angabe | – |
| Wunderino | GGL-Whitelist, virtuelle Automatenspiele | keine Angabe | – |
| Ice Casino | nicht in der GGL-Whitelist | über Live-Provider möglich | Einzahlungsbonus mit 40× Rollover |
| Slottica | nicht in der GGL-Whitelist | keine Angabe | – |
Die Spalte „Beworbene Konditionen“ ist in sieben von acht Zeilen leer, da die Whitelist keine Bonusstruktur für deutsche Spieler nennt und die Anbieter selbst keine Zahlen dazu veröffentlichen. Ein einzelner Wert beim Ice Casino ist keine Marktübersicht, sondern eine Einzelaussage. Wer Craps spielen will, sollte diese Spalte nicht als Auswahlkriterium lesen – die fehlenden Angaben sind die Information.
Was der Lizenzstatus für Spieler bedeutet
Die Trennung zwischen lizenzierten und nicht lizenzierten Anbietern ist keine Formsache. Sie entscheidet darüber, ob OASIS und LUGAS greifen:
- OASIS ist die bundesweite Spielersperrdatei. Lizenzierte Anbieter prüfen bei jeder Anmeldung, ob eine Sperre vorliegt. Offshore-Anbieter tun das nicht.
- LUGAS ist die Limitdatei und Aktivitätsdatei der GGL. Sie setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € monatlich durch und verhindert paralleles Spiel. Offshore-Anbieter sind nicht an LUGAS angeschlossen.
Diese Werkzeuge wirken nur im lizenzierten Markt. Für Spieler mit Selbstausschluss oder mit dem Wunsch nach einem harten Ausgabenlimit bedeutet die Offshore-Welt: kein Mechanismus zwingt zur Pause, kein Mechanismus stoppt die Einzahlung. Das ist kein moralisches Urteil – es ist die technische Folge der Regulierungsstruktur.
Der Grundprinzip: Wie eine Craps-Runde abläuft
Der Come-Out-Wurf – der Eröffnungswurf
Eine Runde Craps beginnt mit dem Come-Out-Wurf. Der Shooter wirft zwei Würfel; das Ergebnis entscheidet sofort über die Pass-Line-Wette, die häufigste Wette am Tisch:
- Eine 7 oder 11 auf dem Come-Out-Wurf wird „Natural“ genannt. Die Pass-Line-Wette gewinnt sofort zum Kurs 1:1.
- Eine 2, 3 oder 12 wird „Craps“ genannt. Die Pass-Line-Wette verliert sofort.
Diese beiden Ergebnisse schließen die Runde nach einem Wurf ab. Sie sind die schnellen Wege, die ein Craps-Tisch bietet – der eine zum Gewinn, der andere zum Verlust, ohne weitere Würfe.
Wird der Point gesetzt
Fällt eine 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, ist die Runde noch nicht vorbei. Diese Zahl wird zum „Point“ und erscheint auf einer Markierung am Tisch. Die Pass-Line-Wette bleibt offen. Nun wird so lange weitergewürfelt, bis entweder der Point erneut fällt – dann gewinnt die Pass-Line-Wette 1:1 – oder eine 7 fällt, bevor der Point erneut fällt. In diesem Fall verliert die Pass-Line-Wette; das Ereignis heißt „Seven Out“.
Diese zweite Phase ist der Teil der Runde, der den Hausvorteil der Pass-Line-Wette (1,41 %) definiert. Wer den Wettpunkt nicht setzt, also auf Natural und Craps setzt, spielt faktisch gegen einen höheren Hausvorteil als entlang der Pass-Line.
Hausvorteile der wichtigsten Wetten
Die Pass-Line-Wette ist die Standardwette am Craps-Tisch, aber bei weitem nicht die einzige. Die folgende Übersicht zeigt, was die Wetten kosten:
| Wette | Auszahlung | Hausvorteil |
|---|---|---|
| Pass Line / Come | 1:1 | 1,41 % |
| Don’t Pass / Don’t Come | 1:1 | 1,36 % |
| Place 6 oder 8 | 7:6 | 1,52 % |
| Place 5 oder 9 | 7:5 | 4,00 % |
| Place 4 oder 10 | 9:5 | 6,67 % |
| Odds hinter Pass/Come (Point 4/10) | 2:1 | 0 % |
| Odds hinter Pass/Come (Point 5/9) | 3:2 | 0 % |
| Odds hinter Pass/Come (Point 6/8) | 6:5 | 0 % |
| Any Seven | 4:1 | 16,67 % |
| Any Craps | – | 11,11 % |
| Hardways (je nach Zahl) | 7:1 oder 9:1 | 9,09–11,11 % |
| Yo (11) | – | 11,11 % |
Die Odds-Wetten sind die einzigen Wetten ohne Hausvorteil. Sie werden hinter einer Pass- oder Come-Wette platziert und dürfen je nach Casino das 2- bis 10-Fache des Grundeinsatzes betragen. Wer seinen Hausvorteil drücken will, spielt Pass oder Come und legt die maximalen Odds dahinter – der effektive Hausvorteil der Kombination sinkt mit jeder zugelassenen Odds-Stufe.
Die Prop-Wetten wie Any Seven, Any Craps, Hardways und Yo zahlen attraktiv, kosten aber das Zehn- bis Fünfzehnfache des Hausvorteils der Pass-Line. Sie sind die Wetten, mit denen Craps den Ruf eines „schnellen“ Spiels bekommen hat – und der Ruf kommt aus dieser Ecke des Tisches.
Nebenwetten als Geschäftsmodell
Big 6 und Big 8 zahlen 1:1 (even money) und sind in dieser Form eine Wette mit schlechtem Verhältnis zwischen Auszahlung und Wahrscheinlichkeit. Die Place-Wetten auf 6 oder 8 zahlen 7:6 – schlechter für die Spieler als die Pass-Line plus Odds-Kombination, aber schneller zu verstehen. Die Craps-Prop-Wetten sind der Grund, warum das Spiel auf den ersten Blick „mehr Action“ hat als Blackjack: Es gibt mehr Wetten, mehr Felder auf dem Tisch, mehr Auszahlungen – und mehr Hausvorteil in jeder einzelnen dieser Wetten außer Pass und Odds.
Die Rechtslage: Was Craps in Deutschland erlaubt – und was nicht
Der GlüStV 2021 als Rahmen
Seit dem 1. Juli 2021 gilt in Deutschland der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Er überträgt die Aufsicht über virtuelle Automatenspiele und Sportwetten der gemeinsamen Anstalt GGL in Halle/Saale. Tisch- und Live-Spiele bleiben Ländersache – die fünf Erlaubnisse für Online-Casinospiele sind alle landesrechtlich vergeben.

Diese Aufteilung ist für Craps der entscheidende Punkt. Eine GGL-Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele umfasst Craps nicht. Wer in der Whitelist unter g-id 6 steht, darf keine Craps-Tische anbieten. Wer Craps anbietet, braucht eine landesrechtliche Erlaubnis nach g-id 3 – oder eine entsprechende Erlaubnis als staatlicher Anbieter wie die Sächsische Spielbanken.
Geldspielautomatensteuer und Spieleinsätze
Auf jeden Einsatz an einem virtuellen Automatenspiel fällt eine Steuer von 5,3 % an (§ 38 RennwLottG). Diese Steuer ist Teil der Einsatzkosten; sie wird vom Anbieter abgeführt und nicht vom Spieler zusätzlich erhoben. Für Tischspiele gelten andere Regeln – die Live-Casino-Steuer wird in der Praxis vom Anbieter kalkuliert und in den Hausvorteil eingepreist.
Die Spieleinsätze bei virtuellen Automatenspielen lagen nach dem GGL-Marktmonitor im Q1 2026 bei 1.201 Mio. € und im Q2 2026 bei 1.214 Mio. €. Das ist die Größenordnung des lizenzierten Marktes – Tischspiele sind darin nicht enthalten, weil sie über die Landesaufsicht laufen.
Limits und Spielerschutz im lizenzierten Markt
Der GlüStV 2021 setzt eine Reihe mechanischer Grenzen, die im lizenzierten Markt gelten:
- Einsatzlimit pro Spielrunde: seit 1. Juli 2026 gestaffelt – 1 € Basis für jeden Spieler, 3 € für Spieler ab 21 Jahren, 5 € für Spieler ab 21 Jahren nach einer 90-tägigen Qualifizierungsphase. Die Anhebung auf 3 oder 5 € ist für den Anbieter optional und gilt befristet bis 31. Dezember 2027.
- Monatliches Einzahlungslimit: 1.000 € über alle Anbieter hinweg, nachweisbar erhöhbar bei nachgewiesener wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.
- 5-Sekunden-Mindestabstand zwischen Spielrunden: seit langem Teil des GlüStV 2021, nicht Bestandteil der 2026-Änderung.
- Keine gleichzeitigen Spiele: ein lizenzierter Anbieter darf nur ein geöffnetes Spiel pro Konto zulassen.
- Vollständige KYC vor erster Einzahlung: Identitätsprüfung, bevor Geld auf dem Konto ist.
Diese Regeln gelten für virtuelle Automatenspiele. Für Tischspiele in landesrechtlicher Erlaubnis gilt ein Großteil ebenfalls, aber die Stufung der Einsatzlimits ist bislang nur für Slots ausdrücklich geregelt.
Zahlungen und Geldwäscheprävention
§ 6b Abs. 4 GlüStV schreibt vor, dass Zahlungen nur von einem Konto auf den Namen des Spielers bei einem EU-regulierten Zahlungsdienstleister erfolgen dürfen. Anonyme Einzahlungen sind verboten. Kryptowährungen sind in diesem Modell kein Zahlungsmittel – kein lizenzierter deutscher Anbieter akzeptiert Bitcoin, Ethereum oder vergleichbare Coins direkt. Wer bei einem Offshore-Anbieter mit Crypto einzahlt, hat keine der LUGAS-Kontrollen im Hintergrund.
Die Geldwäscheprävention (GwG) verlangt von lizenzierten Anbietern eine laufende Überwachung der Transaktionen. Verdächtige Bewegungsmuster werden gemeldet. Offshore-Anbieter unterliegen dieser Pflicht nicht – oder nicht in der Form, die ein deutscher Anbieter erfüllen muss.
Strafrechtliche Folgen für Anbieter und Spieler
Ungenehmigtes Glücksspiel in Deutschland ist eine Straftat:
- Anbieter (§ 284 StGB): bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Die Vollstreckung in der Praxis zielt auf die Anbieter, nicht auf die Spieler.
- Spieler (§ 285 StGB): bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe. Das ist mild – aber es ist nicht null.
Die GGL veröffentlicht nur eine Whitelist, keine schwarze Liste. Wer nicht in der Whitelist steht, ist im Wortlaut der Behörde nicht „illegal“, sondern „nicht zugelassen“. Der praktische Unterschied ist klein.
Der Markt jenseits der Regulierung
Der Tätigkeitsbericht 2025 der GGL beziffert den nicht regulierten Anteil am Online-Glücksspielvolumen für 2024 mit 23 %, was einer Kanalisierungsquote von 77 % entspricht. Für 2025 selbst weist die GGL keine eigenen Zahlen zur Größe des illegalen Marktes aus. Das ist die Größenordnung, in der Offshore-Anbieter in Deutschland aktiv sind – knapp ein Viertel des Marktes spielt außerhalb der Aufsicht.
Verantwortungsvolles Spielen: Werkzeuge, die nur im lizenzierten Markt greifen
OASIS – die bundesweite Sperrdatei
OASIS ist das zentrale Werkzeug für Selbstausschluss in Deutschland. Wer sich in OASIS einträgt, wird bei jedem Anmeldeversuch bei einem lizenzierten Anbieter abgewiesen. Die Sperre gilt bundesweit und für mindestens ein Jahr. Die Anbieter sind verpflichtet, OASIS vor jeder Kontoeröffnung abzufragen.
Offshore-Anbieter sind nicht an OASIS angeschlossen. Wer sich bei einem lizenzi deutschen Anbieter hat sperren lassen, kann trotzdem bei einem Offshore-Anbieter spielen – das ist eine Lücke im Schutzsystem, die der Regulierer kennt, aber mit den bestehenden Mitteln nicht schließen kann.
LUGAS – die technische Seite des Spielerschutzes
LUGAS besteht aus zwei Dateien: der Limitdatei und der Aktivitätsdatei. Die Limitdatei setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit durch – die 1.000 €, die pro Monat und pro Spieler zur Verfügung stehen, unabhängig davon, bei welchem Anbieter eingezahlt wird. Die Aktivitätsdatei überwacht, ob parallel auf mehreren Plattformen gespielt wird, und unterbindet das.
LUGAS funktioniert nur zwischen angeschlossenen Anbietern. Wer bei einem Offshore-Casino spielt, ist aus diesem System heraus – das Limit gilt dort nicht, und eine parallele Aktivität auf einer zweiten Offshore-Plattform wird von keiner Seite bemerkt.
Was Spieler selbst tun können
Die Werkzeuge des lizenzierten Marktes greifen technisch, aber die Verantwortung liegt nicht nur beim Anbieter. Wer eine Pause braucht, kann:
- bei einem lizenzierten Anbieter eine OASIS-Sperre beantragen (Selbstsperre, bundesweit, mindestens ein Jahr).
- bei einem lizenzierten Anbieter das Einzahlungslimit auf unter 1.000 € senken (Mindestlimit variiert pro Anbieter).
- sich an Beratungsstellen wenden – die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine bundesweite Telefonberatung, die Anonymität wahrt.
Für Spieler, die zwischen lizenzierten und Offshore-Anbietern wechseln, greifen die ersten beiden Werkzeuge nur teilweise. Die Selbstsperre ist beim Offshore-Anbieter wirkungslos.
Die acht Anbieter im Detail
JackpotPiraten
JackpotPiraten wird von der DGGS Deutsche Gesellschaft für Glücksspiel mbH betrieben und steht in der GGL-Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ mit bundesweitem Vertriebsgebiet. Die Erlaubnis deckt Slots, keine Tischspiele. Craps ist auf der Plattform nach den vorliegenden Quellen nicht verzeichnet – das ist die Konsequenz einer reinen Slot-Erlaubnis. Für Spieler, die Craps suchen, ist JackpotPiraten daher kein Anlaufpunkt; für Spieler, die ein vollständig reguliertes Umfeld mit deutscher Aufsicht suchen, ist es eine Plattform mit dem höchsten verfügbaren Schutzniveau.
BingBong
BingBong ist die zweite Plattform derselben DGGS mbH. Sie führt nach eigener RTP-Übersicht rund 1.200 Spiele von mehr als 15 Herstellern – ein anderer Spielebestand als JackpotPiraten, trotz identischem Betreiber. Auch BingBong hat eine reine Slot-Erlaubnis und damit kein Craps im Portfolio. Die Plattform zeigt exemplarisch, wie sehr die Erlaubnis das Angebot prägt: zwei lizenzierte Plattformen unter demselben Dach, beide ohne Craps, beide mit deutscher Vollaufsicht.
DIE SPIELBANK
Die Plattform DIE SPIELBANK wird von der staatlichen Sächsischen Spielbanken-GmbH & Co. KG betrieben. Die Erlaubnis besteht laut Betreiberangabe seit dem 03.11.2022, erteilt über das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt. In den Beschreibungen Dritter (Artofcraps.com, Besteonlinecasinos.com, Casinospiele.de) taucht Craps im Spielebestand auf – die eigene Spielebank-Seite listet den Titel nicht in einer öffentlichen RTP-Übersicht. Das ist der nächste Anlaufpunkt für deutsche Spieler, die Craps suchen, weil die Erlaubnis als staatlicher Anbieter eine andere rechtliche Qualität hat als eine kommerzielle Landeslizenz.
Merkur
Merkur Bets Malta Limited steht in der GGL-Whitelist unter „Online-Casinospiele“ mit Zuständigkeit Schleswig-Holstein. Das ist die umfangreichere Erlaubnis: Tisch- und Live-Spiele sind möglich, und Craps gehört zu den Spielen, die unter einer solchen Erlaubnis grundsätzlich angeboten werden können. Ob die Plattform Merkur-spiel.de tatsächlich Craps im Portfolio führt, ist aus den vorliegenden Quellen nicht ablesbar – die Recherche trägt dazu keine Bestätigung. Die Erlaubnis ist da, das Produkt ist in den verfügbaren Übersichten nicht eindeutig verzeichnet.
Tipico Games
Tipico Games Limited steht in der GGL-Whitelist unter „Virtuelle Automatenspiele“ – eine Slot-Erlaubnis ohne Craps. Tipico ist in Deutschland ein bekannter Sportwetten-Anbieter, aber die Online-Casino-Sparte trägt den Titel nur virtuell: Tischspiele sind im Rahmen dieser Erlaubnis nicht zulässig. Für Spieler, die auf der Suche nach Craps die Tipico-Marke treffen, ist die Plattform eine Sackgasse – das Produkt Craps ist hier nicht verfügbar.
Wunderino
Wunderino wird von Megapixel Entertainment Limited betrieben und steht in der GGL-Whitelist unter virtuellen Automatenspielen. Reine Slot-Erlaubnis, kein Craps im Portfolio. Die Plattform ist im deutschen Markt sichtbar, weil sie unter den ersten Anbietern mit GGL-Erlaubnis war – aber die Erlaubnis deckt das Spiel nicht ab, nach dem Spieler suchen.
Ice Casino
Ice Casino wird von WhiteBox B.V. mit Sitz in Curaçao betrieben (Company Number 155412). Die Marke steht nicht in der GGL-Whitelist – kein deutscher Zulassungsstatus, keine Anbindung an OASIS oder LUGAS. Für Spieler in Deutschland ist das Angebot kein legaler Glücksspielmarkt im Sinne des GlüStV 2021. Craps ist im Portfolio über die Anbindung an Live-Provider wie Evolution möglich; die konkrete Verfügbarkeit hängt vom Spielervertrag ab. Der Einzahlungsbonus wird mit einem Rollover von 40× beschrieben, für Gewinne aus Freispielen 35× – das sind die Werte, die in der Anbieterkommunikation Dritter auftauchen. Welche Auszahlungslimits und welche Bonusstrukturen für deutsche Spieler konkret gelten, lässt sich aus der Whitelist nicht ableiten.
Slottica
Slottica wird von Atlantic Management B.V. mit Sitz in Curaçao unter der Lizenz OGL/2024/1060/0472 betrieben. Die Marke steht nicht in der GGL-Whitelist – kein deutscher Zulassungsstatus. Craps im Portfolio ist nach den vorliegenden Quellen nicht bestätigt; die Plattform führt andere Spieltypen, aber Craps gehört nicht zu den sicher dokumentierten Titeln. Slottica ist als Offshore-Anbieter hier aufgeführt, weil es im deutschen Markt sichtbar ist – aber für Craps-Spieler in Deutschland liefert die Recherche keinen Beleg, dass die Plattform das Spiel tatsächlich führt.
Was die Bonusstrukturen kosten
Rechenweg: Rollover bis zur Auszahlung
Die beworbenen Bonusstrukturen lassen sich auf eine gemeinsame Frage reduzieren: Wie viel Umsatz ist nötig, bevor ein Bonusguthaben ausgezahlt werden kann? Die Antwort hängt vom Rollover-Faktor ab.
Bei einem Rollover von 40× und einem Bonus von 100 € ist ein Umsatz von 4.000 € erforderlich, bevor eine Auszahlung möglich wird. Bei 35× für Freispielgewinne ist der Faktor niedriger, aber auch die Gewinnbasis ist kleiner.
Die Spanne über die Plattformen liegt zwischen ungewiss und 40×. Für die Plattformen ohne dokumentierten Rollover ist die Frage offen – die Anbieter veröffentlichen die Werte nicht in einer Form, die in den vorliegenden Quellen ablesbar wäre. Wer auf einer Plattform mit Rollover spielt, sollte den Faktor kennen, bevor er den Bonus annimmt.
Effektiver Einsatz und Hausvorteil
Ein Rollover von 40× auf 100 € bedeutet 4.000 € Einsatz. Bei einem Craps-Hausvorteil von 1,41 % auf der Pass-Line-Wette kostet das 56,40 € an erwartetem Verlust – bevor der Bonus überhaupt realisiert ist. Bei höheren Hausvorteilen (Place-Wetten, Prop-Wetten) steigt der erwartete Verlust entsprechend.
Diese Rechnung ist eine statistische Größe – sie gilt im Durchschnitt über viele Runden, nicht für eine einzelne Sitzung. Sie zeigt aber, was ein Bonus in der Realität kostet: Der Rollover-Faktor ist nicht die einzige Größe; der Hausvorteil der Wetten, mit denen der Umsatz gemacht wird, ist die zweite.
Häufige Fragen
Ist Craps in deutschen Online-Casinos legal spielbar?
Craps fällt unter die Kategorie „Online-Casinospiele“ und ist damit an eine landesrechtliche Erlaubnis gebunden, nicht an eine GGL-Bundeslizenz. Wer in der GGL-Whitelist unter g-id 3 steht, darf grundsätzlich Craps anbieten – das sind fünf Einträge. Anbieter mit reiner Slot-Erlaubnis (g-id 6) dürfen Craps nicht führen.
Wann gewinnt die Pass-Line-Wette beim Come-Out-Wurf sofort?
Die Pass-Line-Wette gewinnt beim Come-Out-Wurf sofort, wenn eine 7 oder 11 fällt (Natural). Die Auszahlung erfolgt 1:1, der Hausvorteil liegt bei 1,41 %.
Bei welchen Würfelzahlen verliert die Pass-Line-Wette sofort?
Die Pass-Line-Wette verliert beim Come-Out-Wurf sofort bei einer 2, 3 oder 12 (Craps). Die Runde endet in diesem Fall nach einem Wurf.
Was bedeutet der Begriff Come-Out-Wurf beim Craps?
Der Come-Out-Wurf ist der Eröffnungswurf einer Runde. Er entscheidet, ob die Pass-Line-Wette sofort gewinnt, sofort verliert oder ob ein Point gesetzt wird, der in den Folgewürfen wiederholt oder über eine 7 verloren werden muss.
Gibt es Craps als Live-Tisch in deutschen Online-Casinos?
Craps taucht in den Live-Bibliotheken einiger Anbieter auf – darunter staatliche Plattformen wie DIE SPIELBANK, wo der Titel in Drittquellen genannt wird, und Offshore-Plattformen wie Ice Casino, deren Craps-Tische von Live-Providern wie Evolution stammen. Eine vollständige Bestätigung für alle genannten Anbieter liegt nicht vor.
Welche Grundwetten gibt es beim Craps neben der Pass-Line?
Neben Pass Line gibt es Don’t Pass (Hausvorteil 1,36 %), Come und Don’t Come (gleiche Werte wie Pass / Don’t Pass), Place-Wetten auf 4, 5, 6, 8, 9 oder 10, Odds-Wetten hinter Pass oder Come (ohne Hausvorteil), sowie eine Reihe von Prop-Wetten (Any Seven, Any Craps, Hardways, Yo, Snake Eyes) mit deutlich höherem Hausvorteil.
Erstellt von der Redaktion von „Casino Freispiele Info”.
